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Coronavirus-Ausbruch im News-Ticker – Neue Corona-Regeln in Zügen und Fliegern – Merkel fordert “Maß und Mitte”

Das Coronavirus breitet sich in Europa aus, auch in Deutschland. Besonders NRW hat es getroffen – im Kreis Heinsberg sind 1000 Menschen in Quarantäne. Der Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts gibt Entwarnung – in den meisten Fällen sei der Verlauf mild. Alle Informationen zum Ausbruch des Coronavirus finden Sie im News-Ticker von FOCUS Online.

Die Regierung empfiehlt: Bei Coronavirus-Symptomen ist es besser anzurufen, statt im Wartezimmer zu sitzen.

116 117: Ärztlicher Bereitschaftsdienst

115: Einheitliche Behördennummer

0800 011 77 22: Unabhängige Patientenberatung Deutschland

030 346 465 100: Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums

Neue Corona-Regeln in Zügen und Fliegern – Merkel fordert “Maß und Mitte”

Topmeldung (Samstag, 29. Februar, 07.50 Uhr): Für den bundesweiten Bahnverkehr gelten ab sofort spezielle Regeln. Bei Verdachtsfällen in allen Zügen des Regional- und Fernverkehrs müssen alle Fahrgäste “Aussteigekarten” mit Angaben zu ihrer Erreichbarkeit ausfüllen, um eine schnelle spätere Kontaktaufnahme zu ermöglichen. Dies gilt nicht nur im grenzüberschreitenden Verkehr, sondern etwa auch auf Strecken wie HannoverBerlin. S-Bahnen seien nicht betroffen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums auf Anfrage.

Auch Fluggesellschaften müssen künftig Angaben zur Gesundheit von Passagieren machen, die mit Maschinen aus insgesamt fünf Staaten kommen. Zusätzlich zu Ankünften aus China ist nun auch für Reisende aus Südkorea, Japan, Italien und dem Iran vor der Einreise der Gesundheitsstatus der Passagiere zu melden. Dies gilt ebenso für den Schiffsverkehr. Der Krisenstab hatte bereits beschlossen, dass Ankommende aus diesen Staaten ebenfalls “Aussteigekarten” ausfüllen müssen.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach sich für ein Vorgehen mit “Maß und Mitte” beim Umgang mit dem Virus aus. Es sollten nicht alle Veranstaltungen deshalb abgesagt werden, sagte sie am Freitagabend bei einem Empfang in ihrem Wahlkreis in Stralsund. Der Krisenstab beschloss als Empfehlung, bei der Risikobewertung unverzüglich Prinzipien des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu berücksichtigen. Bei Anwendung dieser Kriterien sollten “unmittelbar bevorstehende internationale Großveranstaltungen wie die ITB abgesagt werden”.

Die Bundespolizei soll außerdem ihre Kontrollen im 30-Kilometer-Raum an den Grenzen verstärken und dabei auch auf Corona-Verdachtsfälle achten. Erforderlichen Maßnahmen würden jeweils mit den örtlichen Gesundheitsbehörden abgestimmt. Das Bundespolizeigesetz erlaubt Personenkontrollen im Grenzgebiet bis zu einer Tiefe von 30 Kilometern zur Verhinderung unerlaubter Einreise oder zur Verhütung von Straftaten, die im Zusammenhang mit der Grenzsicherung stehen.

Der Krisenstab beschloss außerdem, einen Vorrat an Schutzausstattung wie Atemmasken und Spezialanzügen – nicht nur für medizinisches Personal – anzulegen. Vorbereitet werden soll dafür eine zentrale Beschaffung durch den Bund. Der Expertenkreis, den Innen- und Gesundheitsministerium gemeinsam eingerichtet haben, soll sich nun zwei Mal pro Woche treffen. Die nächste Sitzung ist an diesem Dienstag vorgesehen.

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Schulmitarbeiter in Bonn mit Coronavirus infiziert – Kinder sollen zuhause bleiben

08.29 Uhr: Der Mitarbeiter einer Offenen Ganztagsbetreuung (OGS) in einer Bonner Grundschule ist mit dem Coronavirus infiziert. Das meldete die Stadt Bonn am Samstag. In der Nacht habe man von dem Testergebnis erfahren und rufe jetzt alle Eltern an mit der Bitte, die Kinder zunächst zuhause zu lassen, sagte eine Stadtsprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Der Mann habe in Gangelt im Kreis Heinsberg Karneval gefeiert. Bisher haben alle nun fast 40 Infektionsfälle in NRW einen Bezug zum Kreis Heinsberg, wo auch der 47-Jährige feierte, der als Erstinfizierter in NRW gilt und weiter in der Uniklinik Düsseldorf behandelt wird.

Die Stadt Bonn will im einer Pressekonferenz um 11.00 Uhr Näheres berichten. Bisher wisse man noch nicht, ob häusliche Quarantäne angeordnet werde, sagte die Sprecherin. Es handele sich bei dem Erkrankten nicht um einen Lehrer, sondern um den Mitarbeiter eines Trägers, der für die Übermittagsbetreuung zuständig ist. Etwa 180 Kinder besuchen die Clemens-August-Schule, rund 150 von ihnen gehen in deren OGS. Das seien aber nur allererste Zahlen, die noch nicht belastbar seien, betonte die Sprecherin.

Trump verschiebt Treffen mit Kurz – der ist “nicht ganz unglücklich” darüber

08.21 Uhr: Wegen der aktuellen Coronavirus-Lage hat US-Präsident Donald Trump ein Treffen mit seinem österreichischen Amtskollegen Sebastian Kurz abgesagt. Das bestätigte das österreichische Bundeskanzleramt am Samstagmorgen laut “ORF“. Im Bericht heißt es weiter, man sei über die Absage im Bundeskanzleramt “nicht ganz unglücklich, da die Tage in Österreich wegen des Coronavirus gerade sehr intensiv seien.”

Weitere Coronavirus-Infektion in Heinsberg – Krisenstab tagt erneut

Samstag, 29. Februar, 08.11 Uhr: Im Kreis Heinsberg ist die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten auf 38 gestiegen. Am späten Freitagabend sei eine weitere Person gemeldet worden, sagte eine Sprecherin des Kreises am Samstagmorgen.

Der Krisenstab werde angesichts der raschen Ausbreitung des Erregers am Vormittag erneut zusammenkommen. Man warte weiter auf die Testergebnisse von Dutzenden Kindern aus der Kita, in der die erkrankte und in der Düsseldorfer Uniklinik behandelte Erzieherin arbeitet. “Dazu liegen uns noch keine Ergebnisse vor. “

„Diskussion ist vollkommen daneben“: Virologe keift bei Illner gegen Corona-Debatte

Zweiter Coronavirus-Fall in Hessen nachgewiesen

21.25 Uhr: In Hessen ist eine zweite Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Bei einem 29-Jährigen aus dem Hochtaunuskreis sei der Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen worden, teilte das Sozialministerium am Freitagabend mit. Der Fall stehe in Zusammenhang mit dem ersten hessischen Coronavirus-Infizierten aus dem Lahn-Dill-Kreis.

Der 29-Jährige zeige milde Krankheitszeichen und sei häuslich isoliert. Er werde engmaschig vom Gesundheitsamt betreut, sein Zustand regelmäßig kontrolliert. Derzeit prüfe das Gesundheitsamt, ob es Kontaktpersonen gibt, die der Mann angesteckt haben könnte.

Krisenstab rät zur Absage „unmittelbar bevorstehender internationaler Großveranstaltungen“

21.11 Uhr: Die Bundesregierung empfiehlt im Kampf gegen das Coronavirus, Großveranstaltungen von bestimmten Bedingungen abhängig zu machen. Bei der Risikobewertung sollten unverzüglich die Prinzipien des Robert Koch-Instituts berücksichtigt werden, teilten Gesundheits- und Innenministerium nach einer Sitzung ihres gemeinsamen Krisenstabs am Freitagabend in Berlin mit. Bei Anwendung dieser Prinzipien sollten aus Sicht des Krisenstabs „unmittelbar bevorstehende internationale Großveranstaltungen wie die ITB abgesagt werden“.

Lesen Sie hier mehr dazu: ITB in Berlin abgesagt – welche Sportevents und Veranstaltungen ebenfalls ausfallen

Lufthansa streicht Kurzstreckenangebot um bis zu ein Viertel zusammen

20.09 Uhr: Die Lufthansa will angesichts der zunehmenden Verbreitung des neuartigen Coronavirus ihre Kurzstreckenflüge in den kommenden Wochen deutlich eindampfen. Das Angebot könne auf der Kurz- und Mittelstrecke um bis zu 25 Prozent sinken, teilte der Dax-Konzern am Freitag in Frankfurt mit. Zudem prüft die Fluggesellschaft die Möglichkeit, in verschiedenen Bereichen Kurzarbeit zu beantragen. Auch auf der Langstrecke dürfte die verschärfte Situation zu spüren sein, die Zahl der am Boden bleibenden Langstreckenflugzeuge soll in der Gruppe von 13 auf 23 steigen. Die aus den aktuellen Entwicklungen zu erwartende Ergebnisbelastung sei noch nicht abschätzbar, hieß es weiter. Am 19. März will der Konzern im Rahmen der Jahrespressekonferenz Finanzkennzahlen vorlegen.

Weltgrößte Reisemesse ITB in Berlin wegen Coronavirus abgesagt

19.30 Uhr: Wegen des neuartigen Coronavirus haben die Organisatoren der weltgrößten Reisemesse ITB Berlin die Veranstaltung abgesagt. Das sagte ein Messesprecher am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Die Messe sollte vom 4. bis 8. März in der Hauptstadt die Tore öffnen. In den Tagen und Wochen zuvor hatten sich immer mehr Aussteller abgemeldet, nicht nur aus China. Die Messeleitung hatte aber weiter an der ITB festgehalten. Die Messe war bereits ausgebucht.

Nach Angaben der Messegesellschaft hat das zuständige Gesundheitsamt Charlottenburg-Wilmersdorf Auflagen stark erhöht. „Unter anderem ordnet die Behörde an: Jeder Messeteilnehmer muss der Messe Berlin belegen, nicht aus den definierten Risikogebieten zu stammen oder Kontakt zu einer Person aus den Risikogebieten gehabt zu haben“, teilte die Messe Berlin mit. „Die Auflagen insgesamt sind von der Messe Berlin nicht umsetzbar.“

Von den insgesamt 10 000 erwarteten Ausstellern aus aller Welt wären 22 aus China gekommen, 25 weitere aus Hongkong und Taiwan. Die Organisatoren rechneten ursprünglich mit etwa 160 000 Besuchern, hatten aber in den Tagen zuvor aufgrund des Virus die Erwartungen etwas zurückgeschraubt.

Die ITB ist ein wichtiger Treff der internationalen Reisebranche. Noch wenige Tage vor der Absage hatten sich die Messe Berlin sowie die Betreiber der ITB zuversichtlich geäußert. Die Messe werde wie geplant stattfinden, hieß es noch zu Beginn der Woche. Im weiteren Verlauf wurden dann die Auflagen vor Aussteller verschärft. So sollten keine Teilnehmer eingelassen werden, die in Risikogebieten waren oder typische Symptome der Lungenkrankheit Covid-19 zeigen, die durch das Virus ausgelöst werden kann.

Die für den Mai geplante ITB in China hatten die Veranstalter unterdessen schon in der vergangenen Woche abgesagt. Auch der Krisenstab des Bundesgesundheits- und des Bundesinnenministeriums hatte sich am Freitag mit Großveranstaltungen wie der ITB im Zeichen des Coronavirus-Ausbruchs befasst.

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Forscher: Coronavirus kursierte “wochenlang unbemerkt” in Italien

19.00 Uhr: Das Coronavirus aus China ist nach Einschätzung italienischer Forscher “wochenlang unbemerkt” in Italien zirkuliert, bevor die ersten Fälle nachgewiesen wurden. Möglicherweise sei der Erreger schon seit Mitte Januar im Land, und offenbar sei er seitdem mutiert, sagte der Leiter des Biomedizinischen Forschungsinstituts, Massimo Galli, am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Gallis Team am Sacco-Krankenhaus in Mailand war es zuvor gelungen, den italienischen Erregerstamm zu isolieren.

Dass der Erreger inzwischen mutiert ist, sei keine “unglaubliche Entdeckung”, sagte Galli. Das Virus verändere sich von Person zu Person. Doch helfe diese Entdeckung, die “Dynamik der Epidemie” besser zu verstehen: Warum beispielsweise Italien besonders viele Infektionsfälle aufweise oder welche Unterschiede der Erreger dort zum Coronavirus in China aufweise. Dies könne auch bei der Behandlung und der möglichen Entwicklung eines Impfstoffs helfen.

Zur Untersuchung des Erregers nutzte Gallis Team unter Leitung der Immunologin Claudia Balotti die Proben von drei Patienten der am schwersten betroffenen Kleinstadt Codogno und ihrer Umgebung. Als “Patient 1” gilt dort ein 38-Jähriger, der unter anderem seine Frau, einen Freund, Besucher einer Bar sowie seine Ärzte, Pfleger und andere Patienten im örtlichen Krankenhaus ansteckte, bevor das Virus bei ihm entdeckt wurde. Bei wem sich “Patient 1” aber ansteckte, ist bis heute unklar.

Dass inzwischen so viele Fälle gemeldet wurden, bedeute nicht, dass sich das Virus unkontrolliert ausbreite, sagt Galli. Bei den meisten Fällen handle es sich um Menschen, die sich schon vorher angesteckt hätten, aber bisher noch nicht getestet worden seien. In der abgeriegelten “‘Roten Zone’ suchen sie immer noch nach allen Kontakten der Patienten und testen sie, deshalb finden sie die weiteren Fälle”. 

Nach Angaben des Experten lässt sich die Mehrheit der Infektionen nach Codogno zurückverfolgen. Gallis Kollegin Balotta schätzt, dass es noch “Wochen” dauern wird, um das genaue Ankunftsdatum des mutierten Erregerstamms in Italien zu bestimmen. Wahrscheinlich würden die Ergebnisse erst dann vorliegen, “wenn die Epidemie vorüber ist”, sagt sie.

Infantino: Absage der März-Länderspiele nicht ausgeschlossen

18.30 Uhr: FIFA-Präsident Gianni Infantino hält eine Absage der kommenden Fußball-Länderspiele im März aufgrund des Coronavirus nicht für undenkbar. “Ich würde im Moment nichts ausschließen”, sagte der 49-Jährige laut der Nachrichtenagentur AP am Freitagabend in Holywood in Nordirland. “Ich hoffe, wir müssen nicht in diese Richtung gehen. (…) Wir dürfen das nicht unterschätzen und sagen, es ist nichts. Aber wir dürfen auch nicht überreagieren und in Panik geraten. Wir müssen uns an die Anweisungen der Behörden halten.”

Die deutsche Nationalmannschaft spielt im Rahmen der Vorbereitung auf die EM 2020 am 26. März in Madrid gegen Spanien und fünf Tage später in Nürnberg gegen Italien. Stand jetzt stehen diese Spiele auch nach dem Ausbruch von Sars-CoV-2 in Deutschland nicht zur Diskussion.

Spiele ohne Zuschauer, wie derzeit im italienischen Fußball als Vorsichtsmaßnahme praktiziert, sind für Infantino nur eine kurzfristige Lösung. “Man kann sich nicht vorstellen, dass ein Wettbewerb über mehrere Monate mit mehreren Spielen hinter verschlossenen Türen ausgetragen wird.”

35 Infizierte nun in Heinsberg, bisher keine Kinder

17.02 Uhr: In dem stark vom neuen Coronavirus betroffenen Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Infizierten gestiegen. Von inzwischen 35 nachweislich betroffenen Menschen wird ein Ehepaar im Krankenhaus behandelt. Alle anderen seien nicht stationär aufgenommen worden, sagte Landrat Stephan Pusch (CDU) am Freitag. Der Krankheitsverlauf sei bei ihnen vergleichsweise mild.

Ein 47-jähriger Mann aus Gangelt sowie seine Frau (46) werden demnach weiter in der Düsseldorfer Uniklinik behandelt. Der Mann war als erster Patient mit dem neuen Virus Sars-CoV-2 in NRW identifiziert worden. Er schwebte durch eine Vorerkrankung zunächst in Lebensgefahr. Laut Uniklinik war er am Freitag weiter in kritischem Zustand, dieser habe sich aber etwas stabilisiert. Wo er sich infiziert hat, war weiter unklar. Der “Patient Null” werde vielleicht auch nie gefunden, sagte Pusch. Unter den 35 Infizierten sind nach Kenntnis des Landrats bisher keine Kinder. Am Freitagabend wurden aber noch Testergebnisse von Kindern eines Kindergartens erwartet, in dem die 46-jährige Infizierte als Erzieherin tätig ist.

Britischer “Diamond Princess”-Passagier stirbt an Covid-19

15.37 Uhr: Ein Brite von Bord des vom neuen Coronavirus betroffenen Kreuzfahrtschiffes “Diamond Princess” in Japan ist gestorben. Das berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Freitagabend (Ortszeit) unter Berufung auf das Gesundheitsministerium in Tokio. Es ist der erste Todesfall unter den Ausländern von Bord des bis vor kurzem unter Quarantäne gestellten Schiffes. Der Mann war positiv auf Sars-CoV-2 getestet und in ein Krankenhaus gebracht worden. Damit sind bereits sechs Menschen von Bord gestorben. Insgesamt hatten sich mehr als 700 Passagiere und Crewmitglieder mit dem Virus infiziert. Die von der Regierung in Tokio angeordnete zweiwöchige Quarantäne auf dem Schiff war von einigen Experten als unzureichend kritisiert worden. Ursprünglich hatten sich rund 3700 Menschen auf dem Schiff befunden.

Er arbeitete auf einer Kinder- und Säuglingsstation: Hamburger Arzt mit Corona infiziert

15:02 Uhr: Das neuartige Coronavirus hat den Norden erreicht. Ein Arzt der Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) aus Henstedt-Ulzburg (Kreis Segeberg) hat sich infiziert und befindet sich in häuslicher Isolation. Es ist die erste nachgewiesene Infektion mit Sars-CoV-2 in Hamburg, wie die Klinik und die Gesundheitsbehörde mitteilten.

Es seien etwa 50 enge Kontaktpersonen des Arztes ermittelt worden, sagte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) am Freitag. Die Betroffenen seien auf die Erkrankung getestet worden. „Alle bisher vorliegenden Ergebnisse sind negativ“, sagte die Senatorin. Unter den Betroffenen seien 16 Kinder, die zusammen mit je einem Elternteil auf Station isoliert worden seien, und 12 ärztliche Mitarbeiter, die in ihrem Zuhause in Isolation seien.

Es gehe nicht nur darum, die betroffenen Kontaktpersonen zu testen, sondern auch zu isolieren, sagte die Senatorin. Entweder Patienten und Patientinnen im UKE gemeinsam mit ihren Eltern oder aber – wenn ihre Situation das zulasse – zuhause. „Das sind Maßnahmen, die das Gesundheitsamt verhängt und auch überwacht“, sagte die Senatorin. Alle Kinder und Eltern, die engen Kontakt mit dem Arzt hatten, bleiben nach früheren Angaben der Behörden nun 14 Tage in Quarantäne.

Dem erkrankten Mediziner gehe es gut, sagte UKE-Vorstand Joachim Prölß. Er habe keine Symptome mehr. Prölß betonte, „das UKE ist weiterhin voll handlungsfähig“. Es sei nichts gesperrt. „Keiner muss sich Sorgen machen.“

Kurz vor der Bestätigung des ersten Falls im Norden seien am UKE noch einmal alle Notfallpläne durchgegangen worden, sagte Prölß. Überraschend sei dabei nur gewesen, dass es sich bei dem Infizierten um einen Mitarbeiter handele. Man habe eher mit einem Patienten gerechnet.

In der Heimatgemeinde des Arztes reagierten die Behörden nach Angaben von Bürgermeister Stefan Bauer (parteilos) gelassen. Es habe am Freitag keine Einschränkungen des öffentlichen Lebens gegeben wie etwa Straßensperrungen oder ähnliches. „Wir reden über einen Einzelfall“, sagte Bauer der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe derzeit keinerlei Hinweise, dass die Stadt in den Katastrophenschutzmodus gehen müsse.

Der Arzt war den Informationen des Krankenhauses und der Behörde zufolge in Italien im Trentino im Urlaub gewesen und am Sonntag an seinen Wohnort zurückgekehrt. Am Montag habe er noch am UKE gearbeitet – und dann am Dienstag während der Arbeit Krankheitssymptome entwickelt. Daraufhin habe er den Dienst abgebrochen, hieß es.

Das Trentino sei nicht als Risikogebiet für das neuartige Coronavirus definiert gewesen, hieß es. Der Leiter des Hafenärztlichen Diensts, Martin Dirksen-Fischer, wies darauf hin, dass es wichtig sei, herauszufinden, wie der Arzt aus dem Urlaub gekommen sei. „Das ist mit einem Auto gewesen. Das ist also noch einmal etwas anderes, als wenn es mit dem Flugzeug wäre oder mit der Bahn.“

Der Fachstab Seuchenschutz der Hamburger Gesundheitsbehörde kam noch in der Nacht mit Experten des UKE zusammen, um über die Maßnahmen und das weitere Vorgehen zu beraten.

Coronavirus-Angst sorgt für erste Hamsterkäufe

14.02 Uhr: Die Angst vor dem Coronavirus sorgt inzwischen für erste Hamsterkäufe in Deutschland. Zahlreiche Handelsketten berichteten am Freitag bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur von teilweise deutlich erhöhten Verkaufszahlen bei Produkten wie Konserven oder Desinfektionsmitteln. Kurzfristig sei es in einigen Läden dadurch auch zu Engpässen gekommen.

Der Discounter Lidl teilte mit: “In einigen Regionen und Filialen verzeichnen wir deutlich erhöhte Abverkäufe.” Vor allem haltbare Lebensmittel wie Konserven und Nudeln, aber auch Toilettenpapier und Desinfektionsmittel würden aktuell stark nachgefragt.

Auch Aldi Süd berichtete von einer verstärkten Nachfrage. Das Unternehmen betonte: “Wir sind darauf vorbereitet und erhöhen entsprechend unsere Lagerbestände.” Aldi Nord meldete “vereinzelt” höhere Absatzmengen bei haltbaren Lebensmitteln und Hygieneprodukten. Dies könne dazu führen, dass Artikel zeitweise in den Märkten vergriffen seien. Weitreichende Lieferengpässe für Lebensmittel oder Hygieneprodukte schloss das Unternehmen allerdings “zum jetzigen Zeitpunkt” aus. Auch der Großflächendiscounter Kaufland räumte ein: “Bei stark nachgefragten Produkten kann es kurzfristig zu Engpässen kommen.”

Die Supermarktkette Rewe verzeichnete “nicht flächendeckend, aber durchaus bundesweit” eine erhöhte Nachfrage nach haltbaren Lebensmitteln. Die Warenversorgung für die Rewe-Märke und die konzerneigene Discountkette Penny gestalte sich aber weiter normal. Ähnlich äußerte sich die SB-Warenhauskette Real. Ein Sprecher sagte, das Unternehmen habe seine Lagerbestände bereits erhöht und beobachte die Entwicklung genau, um auf weitere Nachfrageveränderungen schnellstmöglich reagieren zu können.

1500 Ernst&Young-Mitarbeiter sollen nach Corona-Fall zuhause bleiben

13.39 Uhr: Nachdem ein Angestellter des Unternehmensberaters Ernst&Young in Düsseldorf positiv auf den Coronavirus getestet wurde, sollen die rund 1400 Angestellten vorerst nicht zur Arbeit kommen. Das gab das Unternehmen am Mittag bekannt. Da der Erkrankte auch an einem Tag in der Essener Niederlassung war, sollen auch die dortigen Mitarbeiter vorerst nicht ins Büro kommen. Das berichtet der “Express“.

47-jähriger Covid-19-Patient in Düsseldorf noch im kritischen Zustand – aber stabiler

12.51 Uhr: Seit einigen Tagen kämpft ein 47-Jähriger aus Gangelt im Kreis Heinsberg in der Universitätsklinik Düsseldorf um sein Leben. Wie die “Rheinische Post” berichtet, ist der Zustand des Mannes weiterhin kritisch, hat sich aber etwas stabilisiert. Er leidet an einer schweren Lungenentzündung als Folge der Corona-Erkrankung. Zudem soll er eine bis dahin unerkannte Vorerkrankung haben. Der Zustand seiner ebenfalls infizierten Ehefrau ist weiterhin stabil.

12.36 Uhr: Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums. Demnach gibt es mittlerweile in Deutschland knapp 60 Fälle des Coronavirus – inklusive der bereits wieder entlassenen Patienten aus Bayern und Germersheim. “Im Moment haben wir in Deutschland fast 60 – aber es ist eine sehr dynamische Situation”, so die Sprecherin. Das Robert-Koch-Institut weist bisher 53 bestätigte Fälle aus. Die meisten Coronavirus-Fälle gibt es im Kreis Heinsberg (20). Dazu kamen 12 Fälle in Bayern im Umfeld eines Mitarbeiters von Webasto. Mehrere Menschen in Baden-Württemberg sind infiziert, sowie weitere Menschen in Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Mittelfranken.

Zwei weitere Corona-Fälle in Baden-Württemberg

11.36 Uhr: Zwei weitere Menschen aus Baden-Württemberg haben sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Im ersten Fall handle es sich um einen Mann aus dem Landkreis Ludwigsburg, der bei der sogenannten Influenza-Überwachung “herausgefischt” worden sei, teilte das Sozialministerium am Freitag in Stuttgart mit. Das bedeutet, dass Proben im Labor des Landesgesundheitsamtes, die auf Influenza getestet wurden, automatisch auch auf das Coronavirus hin untersucht werden. Dies ist der erste Fall, der auf diese Art ermittelt wurde.

Beim zweiten Fall handelt es sich um einen Mann aus dem Rhein-Neckar-Kreis, der sich am Mittwochabend nach seiner Rückkehr aus dem Ski-Urlaub in Südtirol mit leichten Symptomen in der Notfallambulanz der Heidelberger Universitätsklinik vorgestellt hatte. Der Test fiel am späten Donnerstagabend positiv aus.

In Baden-Württemberg gibt es damit nun zehn Menschen, die sich mit dem neuen Virus Sars-CoV-2 infiziert haben.

Erster bestätigter Covid-19-Fall in Düsseldorf

10.59 Uhr: Nun gibt es einen ersten bestätigten Fall in Düsseldorf: Dort ist eine Mitarbeiterin des Unternehmensberaters Ernst&Young am Virus erkrankt. Das bestätigte das Unternehmen der “Rheinischen Post”.

10.46 Uhr: Auf einer am Freitagmorgen abgehaltenen Pressekonferenz hat Lars Schaade, Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts, neue Angaben zum Krankheitsverlauf des Coronavirus gegeben. Im normalen Krankheitsverlauf, der laut Schaade in etwa 80 bis 85 Prozent der Fälle eintritt und sich als “milde Erkältung” zeigt, sei diese nach 10 bis 14 Tagen abgeschlossen. Die Krankheit gleiche dann eher einer milden Erkältung.

In einigen Fällen verschlechterte sich die Krankheit nach circa neun Tagen jedoch. Dann habe man es mit einem schweren Krankheitsverlauf zu tun. Dann könne es sein, dass die Genesung „drei, vier oder im Extremfall oder sechs Wochen“ brauche, so Schaade. Ein solcher Fall sei aus China beschrieben worden.

Schweiz streicht alle Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen

10.34 Uhr: Wegen der steigenden Zahl von Coronavirus-Fällen hat die Schweiz bis auf Weiteres alle Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen abgesagt. Das teilte Innenminister Alain Berset am Freitag mit.

Easyjet streicht Flüge und legt Sparplan vor

08.29 Uhr: Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus streicht die britische Airline Easyjet Flüge und legt zudem ein Sparprogramm auf. Vor allem Verbindungen nach und aus Norditalien, wo zahlreiche Infektionen gemeldet wurden, seien betroffen, teilte Easyjet am Freitag in Luton bei London mit. Dort, aber auch in anderen Regionen Europas, sei die Nachfrage zuletzt zurückgegangen. Der Billigflieger kündigte zudem ähnliche Maßnahmen wie zuvor schon die Lufthansa an, um die Folgen der Virusausbreitung auf das Geschäft zu verringern.

So würden unternehmensweit Einstellungen und Beförderungen zurückgestellt sowie nachrangige Projekte und Ausgaben verschoben. Mitarbeitern werde unbezahlter Urlaub angeboten. Kosten sollen auch in der Verwaltung gespart werden, Prämien werden gestrichen.

Es sei allerdings zu früh, die Auswirkungen des Covid-19-Ausbruchs auf das Jahresergebnis einzuschätzen, so Easyjet weiter. Das Unternehmen beobachte die Entwicklung genau und arbeite eng mit den Behörden zusammen.

NRW sucht “Patient 0” – 1000 Menschen in Quarantäne

08.15 Uhr: In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Coronavirus-Infektionen sprunghaft angestiegen. Der Kreis Heinsberg und das Gesundheitsministerium des Landes teilten am Donnerstagabend mit, dass 14 weitere Personen nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert sind. Damit stieg die Gesamtzahl in dem Bundesland auf 20. Einer von ihnen – ein Bundeswehr-Soldat, dessen Infektion am Mittwoch bekannt wurde – wird in Rheinland-Pfalz behandelt.

Alle 14 positiv Getesteten in Heinsberg seien in häusliche Quarantäne nach Hause entlassen worden, weil eine stationäre Behandlung nicht notwendig sei, hieß es. Die Betroffenen wohnten vorwiegend in der Gemeinde Gangelt im Kreis Heinsberg, eine Person lebe in der Städteregion Aachen.

Laut Schätzung der Kreisverwaltung sind im Kreis Heinsberg mittlerweile rund 1000 Menschen in häuslicher Quarantäne. Darunter sind 300 Menschen, die in Gangelt eine Karnevalssitzung besucht hatten. Alle bekannten Infizierten hatten nach Erkenntnissen der Behörden Kontakt mit einem Ehepaar aus Gangelt, das in der Uniklinik Düsseldorf behandelt wird. Der Zustand des 47-jährigen Ehemanns sei ernst.

“Patient Null”, der den Ausbruch in NRW verursacht hat, ist nach Behördenangaben weiter unbekannt. Man gehe davon aus, dass er den 47-Jährigen als ersten Patienten der bekannten Infektionskette angesteckt hat. Wegen seines kritischen Zustands konnte der 47-Jährige nicht befragt werden. Im Kreis Heinsberg bleiben Schulen und Kindergärten bis einschließlich Montag geschlossen.

Erlanger Mediziner am Coronavirus erkrankt

Freitag, 28. Februar, 07.39 Uhr: In Bayern gibt es einen neuen Coronavirus-Fall. Es handele sich um einen Mann aus Mittelfranken, der in Deutschland Kontakt mit einem infizierten Italiener hatte, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in München am Donnerstagabend mit. Das Portal “Nordbayern” berichtet, der Mann sei Mediziner an der Erlanger Hautklinik.

Die Infektion des Mannes aus Mittelfranken wurde am Abend bestätigt, wie der Sprecher weiter erklärte. Das zuständige Gesundheitsamt habe begonnen, Kontaktpersonen des Mannes zu ermitteln. Einzelheiten sollen am Freitag mitgeteilt werden. Der Italiener sei erst nach seiner Rückkehr nach Italien positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden.

Skurrile Verhaltensregeln wegen Virus-Gefahr: Ski-Interviews in 1,5 Metern Entfernung

05.16 Uhr: Die Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus hat die Organisatoren des Ski-Weltcups von La Thuile zu bemerkenswerten Verhaltensregeln für Journalisten veranlasst. Am Wochenende sind in dem Ski-Ort im Nordosten Italiens – rund drei Autostunden von den am meisten von Infektionen betroffenen Gebieten in der nördlichen Lombardei – zwei Damen-Rennen geplant.

Reporter, Kameraleute und Fotografen müssen bei den Interviews zu den Rennfahrerinnen im Zielbereich – in der sogenannten Mixed Zone – einen Mindestabstand von eineinhalb Metern halten. Ferner soll bei Mikrofonen nach jeder Sportlerin die Schutzhülle gewechselt werden. Selbst TV-Moderatoren von Live-Übertragungen, zu denen die Sportlerinnen oft schon während des Rennens gehen, sind aufgefordert, zwischen sich und den Athletinnen eineinhalb Meter Abstand zu lassen. Darüber hinaus sollen beide unterschiedliche Mikrofone benutzen.

Um zwischenmenschliche Kontakte auf ein Minimum zu beschränken, wurden sämtliche Pressekonferenzen sowie die öffentlichen Siegerzeremonien und Startnummernvergaben gestrichen. Jedem akkreditierten Journalisten oder Ehrengast wurde zudem verboten, den Sportlerinnen in La Thuile im Aostatal die Hand zu geben.

Weltärztebund-Chef: Impfstoff gegen Coronavirus in frühestens einem Jahr – aber bloß keine Panik machen

Freitag, 28. Februar, 05.03 Uhr: Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, rechnet frühestens im kommenden Jahr mit einem Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus – warnt aber vor Panik. “In ein paar Jahren werden wir mit einer weiteren grippeartigen Erkrankung leben, die Covid-19 heißt und gegen die wir impfen können. Jetzt gilt es den Übergang zu managen”, sagte Montgomery der “Passauer Neuen Presse”. Die Technik der Impfstoff-Gewinnung und -Zulassung dauere mindestens ein Jahr. “In einem günstigen Fall haben wir nächstes Jahr einen Impfstoff.”

Bundesgesundheitsminister Spahn habe Recht, wenn er sage, dass Deutschland an der Schwelle zur Epidemie sei, sagte Montgomery. Forschungsergebnisse aus Hamburg deuteten aber darauf hin, dass sich das Virus gerade abschwäche. “Richtig ist jetzt, wo immer möglich, den Ausgangspunkt der Infektion zu finden und Quarantäne-Maßnahmen in begrenzten Bereichen durchzuführen. Isolationsstationen in den Kliniken müssen mit Hochdruck geschaffen werden”, sagte Montgomery weiter.

Abgeriegelte Ortschaften machten nur Sinn, “wenn in Dörfern oder Kleinstädten Verkehrsverbindungen leicht abgegrenzt werden können”, sagte der Chef des Weltärztebundes. “Vor allem müssen wir aber aufhören, Panik zu machen. Das Virus kann bei manchen Menschen zu schweren Erkrankungen führen. Bei über 80 Prozent führt es aber nur zu erkältungsähnlichen Symptomen. Dies ist nicht der Weltuntergang.”

Erste Coronavirus-Fälle in Hamburg und Hessen bestätigt

23.50 Uhr: In Hamburg ist erstmals ein Patient nachweislich am Coronavirus erkrankt. Es handele sich um einen Mitarbeiter der Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), teilten die Klinik und die Behörde für Gesundheit am späten Donnerstagabend mit. Alle Kinder und Eltern, die engen Kontakt mit dem Mitarbeiter hatten, gehen demnach nun 14 Tage in Quarantäne – je nach Gesundheitszustand im UKE oder zu Hause. Auch andere Mitarbeiter gehen in eine häusliche Isolation. Auf der betroffenen Station sollen vorerst keine neuen Patienten mehr aufgenommen werden.

Der vom Virus betroffene Klinik-Mitarbeiter sei in Italien im Trentino im Urlaub gewesen und am Sonntag an seinen Wohnort nach Schleswig-Holstein zurückgekehrt. Am Montag habe er noch am UKE gearbeitet – und dann am Dienstag während der Arbeit Krankheitssymptome entwickelt. Daraufhin habe er den Dienst abgebrochen, hieß es weiter. Der Infizierte selbst ist demnach in stabilem Zustand und in häuslicher Quarantäne. Seine Kontaktpersonen sollten informiert und getestet werden. Das Trentino sei nicht als Risikogebiet für das neuartige Coronavirus definiert gewesen, hieß es.

Auch in Hessen ist ein erster Fall des Coronavirus nachgewiesen worden. Betroffen sei eine Person im Lahn-Dill-Kreis, teilte der Landkreis am Donnerstagabend mit.

Italienisches Spitzenduell wird wegen Coronavirus zum Geisterspiel

23.30 Uhr: Wegen des Ausbruchs des neuen Coronavirus finden in der italienischen Fußballliga Serie A am Wochenende fünf Partien unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das teilte die Liga am Donnerstag mit. Auch die Begegnung zwischen Tabellenführer und Meister Juventus Turin und Verfolger Inter Mailand am Sonntagabend (20.45 Uhr) wird zum Geisterspiel. In Italien gibt es mit etwa 650 Infizierten den größten Ausbruch des Virus in Europa. 17 Menschen sind an der Erkrankung gestorben. Bereits am vergangenen Wochenende hatte es in der Serie A vier Spielabsagen gegeben.

Spur führt zu Business-Meeting in München

22.29 Uhr: In Baden-Württemberg werden unterdessen vier weitere Infizierte gemeldet. Das teilte das Sozialministerium am Donnerstagabend in Stuttgart mit. Damit ist die Zahl der bestätigten Infektionen in dem Bundesland auf acht gestiegen. Dabei führt die Infektionskette nach München: Einer Pressemitteilung des Sozialministeriums zufolge hätten sich drei der Infizierten, zwei Frauen und ein Mann, bei einem Business-Meeting in München angesteckt. Sie gehören demnach zu einer Gruppe von 13 ermittelten Kontaktpersonen eines Teilnehmers aus Italien, der später positiv auf das Virus getestet worden war.

In Bayern gibt es einen neuen Coronavirus-Fall. Es handele sich um einen Mann aus Mittelfranken, der in Deutschland Kontakt mit einem infizierten Italiener hatte, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in München am Donnerstagabend mit. Der Italiener sei erst nach seiner Rückkehr nach Italien positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden.

Die Infektion des Mittelfranken wurde nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Abend bestätigt, wie ein Ministeriumssprecher weiter erklärte. Das zuständige Gesundheitsamt habe begonnen, Kontaktpersonen des Mannes zu ermitteln. Einzelheiten sollen am Freitag mitgeteilt werden.

Erster Corona-Fall in den Niederlanden

21.36 Uhr: In den Niederlanden ist der erste Fall einer Corona-Infektion festgestellt worden. Es gehe um einen Mann, der in einem Krankenhaus in der südöstlichen Stadt Tilburg liege, teilte Gesundheitsminister Bruno Bruins am Donnerstagabend im niederländischen TV mit. Der Mann sei erst kürzlich aus der Lombardei in Norditalien zurückgekehrt. Der Mann liege auf der Isolationsstation. Über seinen Gesundheitszustand wurden vorerst keine weiteren Angaben gemacht.

Starker Anstieg der Coronavirus-Fälle in Frankreich

20.50 Uhr: In Frankreich ist die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Menschen von bisher 18 auf 38 angestiegen. Das sei ein “deutlicher Zuwachs”, teilte Gesundheitsminister Olivier Véran am Donnerstagabend in Paris mit. Mehrere Untersuchungen liefen noch, fügte der Ressortchef hinzu.

Zwölf Fälle seien wohl über eine Ansteckungskette verbunden, sagte Véran. In Frankreich waren bereits zwei mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infizierte Menschen gestorben.

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Frau in Schweden nach Deutschland-Reise positiv auf Virus getestet

20.42 Uhr: Nach einem Aufenthalt in Deutschland ist eine Frau in Schweden positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Sie habe sich in Deutschland mit dem Virus angesteckt, teilte die schwedische Gesundheitsbehörde am Donnerstagabend mit. Die Frau befindet sich nach Angaben der schwedischen Behörden nun in einem Krankenhaus in Uppsala 70 Kilometer nördlich von Stockholm.

Insgesamt wurden am Donnerstag fünf neue Coronavirus-Fälle in Schweden nachgewiesen, darunter eine Person in Stockholm, die sich während einer Reise in den Iran mit dem Virus angesteckt hat. Die Gesamtzahl der bestätigten Fälle in dem skandinavischen EU-Land stieg damit auf sieben. Beim Nachbarn in Norwegen kamen nach dem ersten Fund am Mittwoch am Donnerstagabend drei weitere hinzu.

Facebook sagt Entwicklerkonferenz F8 wegen Coronavirus-Risiken ab

19.42 Uhr: Facebook hat seine für Anfang Mai geplante Entwicklerkonferenz F8 wegen der Coronavirus-Gefahr abgesagt. Das Online-Netzwerk habe sich entschieden, der Gesundheit und Sicherheit von Partnern und Mitarbeitern den Vorrang einzuräumen, hieß es in einem Blogeintrag am Donnerstag.

Bei der F8 stellt Facebooks Gründer und Chef Mark Zuckerberg traditionell neue Produkte vor und gibt einen Ausblick auf die Strategie des Online-Netzwerk. Die diesjährige Auflage sollte am 5. und 6. Mai im kalifornischen San Jose stattfinden. Für die Woche darauf ist auch die Entwicklerkonferenz Google I/O im benachbarten Mountain View angesetzt. Allerdings warnte der Internet-Konzern bereits vor Einschränkungen für Besucher aus Regionen, in denen sich das neuartige Coronavirus Covid-19 ausgebreitet hat.

Im Februar war bereits die für diese Woche geplante Mobilfunk-Messe Mobile World Congress abgesagt worden.

Coronavirus auch in Wien angekommen – Drei bestätigte Fälle

19.13 Uhr: Das neuartige Coronavirus ist auch in Wien angekommen. Am Donnerstag wurden die ersten drei Erkrankungen in der österreichischen Hauptstadt bestätigt, zudem standen noch die Testergebnisse von zwei Kindern aus. Beim ersten bestätigten Covid-19-Patienten in Wien handelt es sich laut den Behörden um einen 72-Jährigen, der bereits seit zehn Tagen mit Grippesymptomen im Krankenhaus lag. Auf das neue Coronavirus wurde er laut Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) routinemäßig getestet. Er sei “schwer erkrankt” und werde künstlich beatmet, teilte der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) mit. Im Ausland sei der Mann nicht gewesen.

Am Abend wurden dann die Covid-19-Erkrankungen eines Ehepaars bestätigt, das mit seinen beiden Kindern im Urlaub in Norditalien gewesen sein soll. Die Kinder zeigten ebenfalls Krankheitssymptome, die Testergebnisse stünden aber noch aus, teilte der KAV der österreichischen Nachrichtenagentur APA mit. Alle vier Familienmitglieder hätten leichte Symptome. Insgesamt wurden damit in Österreich seit dem Ausbruch des neuartigen Virus fünf bestätigte Fälle gemeldet.

Gesundheitsamts-Chef erklärt, wie Sie sich gegen Corona schützen können

 

Iran mit höchster Zahl an Corona-Toten außerhalb Chinas – Vizepräsidentin ist infiziert

19.05 Uhr: Die iranische Vizepräsidentin Massumeh Ebtekar ist positiv auf das neue Coronavirus getestet worden. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA am Donnerstag ist die 59-Jährige derzeit unter ärztlicher Aufsicht zuhause. Alle Mitglieder ihres Teams in der Abteilung für Frauen- und Familienrechte im Präsidialamt müssen nun ebenfalls getestet werden. Schon am Dienstag war das Coronavirus Sars-CoV-2 bei Iradsch Harirtschi, dem stellvertretenden Gesundheitsminister und Coronavirus-Beauftragten im Land, nachgewiesen worden. 

Zudem starb laut einem Bericht des Nachrichtenportals Rokna eine iranische Fußballspielerin an der Lungenkrankheit Covid-19. Die 23-jährige Elham Scheichi, die auch in der Nationalmannschaft gespielt hatte, war schon letzte Woche erkrankt und starb dem Bericht zufolge am Mittwoch in der Stadt Ghom.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums stieg die Zahl der Covid-19-Toten im Iran bis Donnerstag auf 26. Insgesamt 245 Menschen aus verschiedenen Teilen des Landes seien positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Der Virus scheint sich in dem Land weiträumig auszubreiten. Außerhalb Chinas hat kein Land mehr Tote durch das Coronavirus zu beklagen als der Iran. Auch bedenklich: Die Todesfälle sind über weite Teile des Landes verteilt, ein Nachverfolgen der Infektionskette scheint schwierig bis kaum möglich.

Dennoch verkehren weiterhin Flüge zwischen dem Iran und Deutschland. Zwar sind mittlerweile verschärfte Sicherheitsmaßnahmen in Kraft, so müssen sich etwa Personen aus dem Iran nach der Landung melden und ihre Anschrift hinterlassen. Doch das Kappen der Verbindungen in den Iran, wie es dessen Nachbarstaaten wie Pakistan, Afghanistan und die Türkei teilweise praktizieren, hat es noch nicht gegeben.

Drei weitere Tote in Italien – insgesamt nun 17 Opfer

18.51 Uhr: In Norditalien sind drei weitere Menschen am neuartigen Coronavirus gestorben. Das berichtet die “Welt” unter Berufung auf die Behörden. Damit sind insgesamt bereits 17 Menschen in Italien dem Virus zum Opfer gefallen.

Bahn erstattet Fahrpreis bei virusbedingtem Veranstaltungsausfall

18.32 Uhr: Fahrgäste der Deutschen Bahn können sich in bestimmten Fällen den Fahrpreis kostenfrei erstatten lassen, wenn ihr Reiseanlass aufgrund des neuartigen Coronavirus entfällt. Das gelte für den Fernverkehr beispielsweise, wenn eine Messe, ein Konzert oder ein Sportereignis wegen des Virus offiziell abgesagt werde, wie die Bahn am Donnerstag mitteilte. Diese Kulanz gilt auch, wenn ein gebuchtes Hotel am Zielort unter Quarantäne steht sowie für Reisen in die betroffenen Gebiete in Italien.

Das Bundesunternehmen betonte, es sei auf eine Ausbreitung des Virus vorbereitet. Derzeit gebe es für die Kunden keine Einschränkungen. Sollten die Behörden in einem Zug einen Corona-Verdacht feststellen, werde der Bereich gesperrt und nach der Fahrt gereinigt und desinfiziert. Fahrgäste würden dann aufgefordert, ihre Kontaktdaten zu hinterlegen, damit die Behörden sie bei Bedarf erreichen können. Dafür wurde auch eine Hotline eingerichtet.

Die Busbranche sagte ihre Mitwirkung bei Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zu, die der Krisenstab der Bundesregierung angeregt hat. Dabei geht es um “Aussteigekarten”, in denen Fahrgäste auf grenzüberschreitenden Verbindungen Angaben zu ihrer Erreichbarkeit machen. Dies soll eine schnelle Kontaktaufnahme ermöglichen, wenn sich herausstellt, dass jemand im Fahrzeug infiziert war. “Wir stehen dafür im engen Austausch mit dem Bundesverkehrsministerium und bringen die Einführung der Aussteigekarte voran”, erklärte der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer.

Spanische Nachrichtenagentur: 130 Gäste dürfen Hotel auf Teneriffa verlassen

17.27 Uhr: Einem Bericht der spanischen Nachrichtenagentur EFE zufolge dürfen 130 Gäste das wegen des Coronavirus abgesperrte Hotel auf Teneriffa verlassen. Unter den Gästen in dem Hotel befinden sich auch über 100 Deutsche.

Letzter Coronavirus-Patient in Bayern aus Klinik entlassen

17.21 Uhr: Der letzte Coronavirus-Patient in Bayern ist aus dem Krankenhaus entlassen worden. Einzelheiten zu der Person teilte das Gesundheitsministerium in München am Donnerstag wegen des Persönlichkeitsschutzes nicht mit. Im Freistaat gab es 14 positiv getestete Covid-19-Patienten. Alle standen im Zusammenhang mit dem Autozulieferer Webasto aus Gauting-Stockdorf. Dort war im Januar eine Mitarbeiterin aus China zu Besuch, die das Virus in sich trug. Kollegen und teils deren Angehörige infizierten sich. Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gab es in Bayern bis Donnerstagnachmittag keine weiteren Fälle.

5000 Euro für Mundschutz: Wucherpreise in Italien – Erster Fußballprofi mit Coronavirus infiziert

17.07 Uhr: Schutzmasken zum Preis von 5000 Euro, überteuerte Desinfektionssprays und kostspielige Toilettenabdeckungen: Kriminelle Geschäftemacher versuchen in Italien, die Angst der Menschen vor dem neuen Coronavirus zu Geld zu machen. Die Finanzpolizei reagierte auf den Preiswucher von Straßenhändlern mit Großrazzien. Das berichteten die Ermittler in Turin, die am Donnerstag mehrere landesweite Aktionen koordinierten. Außenminister Luigi Di Maio kündigte zudem in Rom an, die Regierung plane strenge Maßnahmen gegen das Ausnutzen des Gesundheitsnotstands. 

Nach Angaben der Finanzpolizei in Turin wurden bei den Razzien 20 Personen aufgespürt, denen Betrug und falsche Werbung vorgeworfen würden. Ihnen drohten bis zu zwei Jahre Haft. Außer von den überteuerten Mundmasken berichteten die Ermittler von Sprays, Toilettenabdeckungen und Luftreinigern. Teilweise sei den Käufern damit ein “absoluter Schutz” versprochen worden, egal wie minderwertig die Produkte waren. Durchsuchungen habe es außer in Ligurien auch in der Lombardei, den Marken, Kampanien und Kalabrien gegeben.

Außerdem wurde der erste Fußballprofi positiv auf das Coronavirus getestet. Ein 22-Jähriger vom italienischen Drittliga-Club Pianese aus der Toskana hatte vor dem Spiel gegen das U23-Team von Juventus Turin am vergangenen Sonntag Grippesymptome gezeigt und wurde am Donnerstag in einem Krankenhaus in Siena auf eine Isolierstation gebracht. Dem namentlich nicht genannten Fußballer gehe es entsprechend gut, hieß es von den Gesundheitsbehörden, die nun einen Mitspieler ausfindig machen wollen, der ähnliche Symptome gezeigt haben soll.

Aufwändige Suche nach Kontaktpersonen: Infizierte waren in Neu-Ulmer Kino und im “Tropical Islands”

16.23 Uhr: Die Suche nach Kontaktpersonen von mit dem Coronoavirus infizierten Personen wird immer größer und aufwändiger. Der Infizierte aus Göppingen hat laut “Bild”-Zeitung am 22. Februar ein Kino in Neu-Ulm besucht und den Film “Bad Boys” im Saal 8 um 20 Uhr gesehen. Die insgesamt 138 Besucher dieser Vorstellung sind laut Gesundheitsamt Neu-Ulm aufgerufen, in den kommenden zehn Tagen auf Symptome wie Schnupfen, Husten und Fieber zu achten und, falls diese Symptome auftreten sollten, den Umgang mit anderen Menschen zu reduzieren. Acht Personen seien gefährdert, die in besonderer Nähe zum Infizierten saßen. Derweil hat ein Infizierter aus NRW laut “Märkischer Allgemeiner Zeitung” das Spaßbad “Tropical Island” im brandenburgischen Krausnick besucht. Laut des Berichts habe ein Virologe erklärt, es sei unwahrscheinlich, dass noch vermehrungsfähige Viren vorhanden sind. 91 Angestellte, die während des Besuchs des Mannes in dem Bad gearbeitet haben, sollten sich testen lassen.

WHO-Experte warnt vor Corona-Pandemie: „Wir sind nicht genug darauf vorbereitet“

Coronavirus bei Patient in Kaiserslautern festgestellt

16.17 Uhr: Bei einem Patienten in Kaiserslautern ist das neuartige Coronavirus festgestellt worden. Das sagte die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) am Donnerstag in Mainz. Der etwas über 30 Jahre alte Mann sei mit Symptomen am Donnerstag selbst in das Westpfalz-Klinikum gekommen. Er sei bis vor kurzem im Iran gewesen und habe dort Kontakt mit einer “symptomatisch auffälligen Person” gehabt, sagte die Ministerin.

Bund will wegen Coronavirus 50 Millionen zusätzlich an WHO zahlen

16.13 Uhr: Zur Bekämpfung des neuartigen Coronavirus will die Bundesregierung bis zu 50 Millionen Euro zusätzlich an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zahlen. Darüber informierte das Finanzministerium nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag den Haushaltsausschuss des Bundestags.

Zusätzliche Maßnahmen zur Stützung und Ertüchtigung von Gesundheitssystemen seien dringend erforderlich, vor allem in weniger entwickelten Ländern. Würden jetzt keine umfassenden Maßnahmen ergriffen, könne sich der Erreger weit verbreiten, die globale öffentliche Gesundheit gefährden und das öffentliche Leben beeinträchtigen.

Die WHO rechnet laut Finanzministerium mit einem Bedarf von 675 Millionen Dollar bis Ende April. Bisher sei nur ein Bruchteil davon durch die internationale Gemeinschaft zur Verfügung gestellt worden.

WHO-Chef: Coronavirus hat “pandemisches Potenzial”

16.00 Uhr: Mit dem Ausbruch des neuartigen Coronavirus in inzwischen mehr als 40 Ländern ist die Welt nach Meinung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an einem entscheidenden Punkt. “Dieses Virus hat pandemisches Potenzial”, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Donnerstag in Genf. “Wenn wir nicht die richtigen Maßnahmen treffen, kann dieses Virus außer Kontrolle geraten.”

Allerdings sieht die WHO weiter für alle Länder die Chance, die Ausbreitung noch zu stoppen. “Wenn Sie aggressiv reagieren, können Sie die Ausbreitung stoppen und Menschenleben retten”, sagte Tedros. Dazu gehörten frühe Entdeckung, Isolation von Patienten und die Überwachung von Menschen, die mit Infizierten in Kontakt waren. Tedros bezeichnete die Lage in Italien, im Iran und in Südkorea, wo jeweils zahlreiche Fälle aufgetaucht sind, als besorgniserregend. “Das Virus respektiert keine Grenzen, kein Volk”, warnte Tedros. Mit den richtigen Maßnahmen sei die Welt aber nicht wehrlos.

Die WHO hatte früher ein System mit sechs Pandemiestufen, das aber seit 2009 nicht mehr angewendet wird. Die höchste Alarmstufe der WHO ist heute das Ausrufen einer “gesundheitlichen Notlage von internationaler Reichweite” – das hat sie im Fall des Sars-CoV-2-Virus, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann, bereits getan.

Aus Furcht vor dem Virus: Schon 230 Messen abgesagt oder verschoben

15.25 Uhr: Die Furcht vor dem neuartigen Coronavirus lähmt zunehmend das weltweite Messegeschäft. Laut einer Datensammlung der Frankfurter m+a Messemedien sind rund um den Globus bereits 230 Messeveranstaltungen abgesagt oder zumindest verschoben worden. Darunter sind 50 Veranstaltungen in Europa mit dem Schwerpunkt Italien. In Deutschland wurden bislang drei Messen in Berlin, Frankfurt und Köln auf spätere Termine verlegt. Die wirtschaftlichen Auswirkungen seien unabsehbar, erklärte am Donnerstag die Chefredakteurin der Fachzeitschrift “m+a report”, Christiane Appel, in Frankfurt. Die Liste soll laufend aktualisiert werden.

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