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Olympia 2020 im News-Ticker – Deutscher Athlet schließt Olympia-Start aus und fordert IOC: “Hängepartie beenden”

An der Durchführung der Olympischen Spiele 2020 in Tokio hält das Internationale Olympische Komittee (IOC) bislang fest – obwohl mit der Fußball-EM 2020 bereits das erste Sport-Riesenevent in diesem Jahr verlegt wurde. In Deutschland öffnet ein Olympiastützpunkt wieder. Alle Neuigkeiten zu Olympia 2020 im News-Ticker von FOCUS Online.

Hartung schließt Olympia-Start aus: “Hängepartie beenden”

Sonntag, 22. März, 08.06 Uhr: Säbelfechter und Athleten-Aktivist Max Hartung hat für sich einen Start bei den Olympischen Spielen in Tokio in diesem Sommer ausgeschlossen. Mit diesem Schritt wolle er in der Diskussion um eine Verlegung der Sommerspiele angesichts der Coronavirus-Pandemie ein Zeichen setzen, betonte der 30-Jährige im ZDF-“Sportstudio”.

Von einer Konsultation mit 200 Athleten durch den Deutschen Olympischen Sportbund berichtete Hartung am Samstag, dass die Athleten nun abstimmen könnten, ob sie für eine Verschiebung oder Beibehaltung des Olympia-Termins vom 24. Juli bis 9. August seien.

Ihm “breche es das Herz”, sagte der Vorsitzende des Vereins Athleten Deutschland über die Tragweite seiner Entscheidung. “Ich hätte heulen können.” Das Internationale Olympischen Komitee forderte er auf, die “Hängepartie zu beenden” und die Spiele zu verschieben. Hartung befindet sich derzeit in freiwilliger Quarantäne. “Was ich mir wünschen würde, dass das IOC mit offenen Karten spielt und uns Athleten mit einbezieht”, sagte Hartung.

Wie Hartung sprachen sich in der Sendung auch Spitzenradfahrer Maximilian Schachmann, Boxerin Nadine Apetz und der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, Jürgen Kessing, für eine Olympia-Verlegung aus. IOC-Präsident Thomas Bach lehnt eine Absage der Sommerspiele derzeit noch ab. Allerdings wächst der internationale Druck, die Sommerspiele nicht wie geplant in diesem Sommer auszurichten.

US-Leichtathleten fordern Olympia-Verschiebung

15.24 Uhr: Der US-Leichtathletikverband fordert wegen der Coronavirus-Pandemie eine Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio und erhöht damit den Druck auf das Internationale Olympische Komitee.

Ein Festhalten an den Wettkämpfen in Japan könne angesichts der globalen Ausnahmesituation nicht im besten Interesse der Athleten sein, erklärte der Verband USATF. Die Sportler bräuchten die Gewissheit, dass sie sich adäquat vorbereiten könnten und dass eine Teilnahme an den Spielen kein Gesundheitsrisiko darstelle, hieß es in einem am Samstag veröffentlichten Schreiben.

“Wir haben gelernt, dass unsere Athleten unter enormem Druck stehen, sie haben Stress, Angst und ihre mentale Gesundheit und Wohlergehen sind unsere höchste Priorität”, schrieb der Chef des Verbandes, Max Siegel, an das Nationale Olympische Komitee (NOK). Dieses solle sich daher auf internationaler Ebene für eine Verschiebung einsetzen, forderte er. Das sei nun “der richtige und verantwortungsvolle” Weg nach vorne, schrieb er.

Am Freitag hatte bereits der US-Schwimmverband eine Verschiebung der vom 24. Juli bis 8. August geplanten Spiele um ein Jahr gefordert.

IOC-Präsident Bach: Olympia-Absage wäre “am wenigsten faire Lösung”

14.00 Uhr: IOC-Präsident Thomas Bach hält das Festhalten an der planmäßigen Austragung der Olympischen Spiele trotz der Coronavirus-Pandemie vor allem im Interesse der Sportler für gerechtfertigt. “Die Absage würde den olympischen Traum von 11 000 Athleten aus 206 Nationalen Olympischen Komitees und dem IOC-Flüchtlingsteam zerstören”, sagte der 66-jährige Tauberbischofsheimer im Interview des Südwestdeutschen Rundfunks am Samstag. “Eine solche Absage wäre die am wenigsten faire Lösung.”

Außerdem betonte er, dass man die Spiele nicht so einfach wie Spieltage im Fußball auf einen anderen Termin verlegen könne. “Olympische Spiele können Sie nicht verschieben wie ein Fußballspiel am nächsten Samstag”, erklärte Bach, der wegen der Schließung des “Olympic House” in Lausanne im Home-Office arbeitet. “Das ist ein sehr komplexes Unternehmen, bei dem Sie nur verantwortlich handeln können, wenn sie verlässliche und klare Entscheidungsgrundlagen haben und die beobachten wir tagtäglich, 24 Stunden.”

Gerade aber weil sich momentan viele Athleten in Quarantäne befinden und andere trainieren können, stellt sich die Frage, ob eine Chancengleichheit überhaupt gewährleistet werden kann.

Athleten-Gewerkschafter für Olympia-Verschiebung

Samstag, 21. März, 11.40 Uhr: Johannes Herber, Geschäftsführer der Sportlergewerkschaft “Athleten Deutschland e.V.”, spricht sich für eine Verschiebung der Olympischen Spiele um ein Jahr aus. “Auch wenn es eine harte Nuss wäre, die Qualifikationswettbewerbe nun komplett neu aufzurollen. Aber eine Verschiebung um ein Jahr würde eine größere Fairness garantieren”, sagte der ehemalige Basketballprofi dem “Tagesspiegel” (Samstag).

Der 37-Jährige spricht von Wettbewerbsverzerrung, da in China zum Beispiel schon wieder Wettkämpfe stattfinden, während in anderen Teilen der Welt Stillstand herrscht. Zudem seien noch gar nicht alle Qualifikationswettbewerbe über die Bühne gegangen. Auf der anderen Seite kann der frühere Nationalspieler auch die Athleten verstehen, die sich vier Jahre auf den sportlichen Höhepunkt vorbereitet haben: “Für die Athleten, die wir vertreten, wünsche ich mir dennoch, dass es noch diesen Funken Hoffnung gibt.”

Eine Absage der Spiele könnte sich für manche Athleten sogar existenzbedrohend auswirken. Zwar erhalten die meisten Athleten eine Grundsicherung durch die Anstellung bei der Bundespolizei oder Bundeswehr, doch gerade die Sportler mit Freiberuflerstatus könnten in eine finanzielle Schieflage geraten. “Ich denke da zum Beispiel an unsere Beachvolleyballer. Sie finanzieren ihre Trainingslager und Trainer selbst, haben hohe Ausgaben für ihre Reisen und medizinische Betreuung.”

“Da kommt mir das Kotzen”: Breitner attackiert IOC scharf

16.38 Uhr: Fußball-Legende Paul Breitner sieht das Internationale Olympische Komitee als Negativ-Beispiel im Umgang mit der Coronavirus-Pandemie. Das IOC hat die vom 24. Juli bis 9. August geplanten Sommerspiele in Tokio bislang noch nicht verschoben. “Wenn ich diese unverantwortlichen Profilneurotiker des IOC sehe, kommt mir das Kotzen! Die wollen allen Ernstes ein Hochamt des Dopings in Tokio im Sommer. Sind die blind? Wissen die nicht, was jetzt abgeht?”, sagte der 68 Jahre alte Bayer Breiter im Interview der Zeitungen “Münchner Merkur” und “tz”.

“In Zeiten, in denen die gesamte medizinische Konzentration auf Covid-19 gerichtet ist. Was glauben die, was jetzt passieren wird, was wir dann in Tokio haben? Nochmal: Ein Hochamt des Dopings”, meinte Breitner: “Wie kann ich an einer solchen Veranstaltung festhalten, nur weil die Japaner keine Zahlen rausgeben oder sie mit ihren Zahlen alles tun, um die Weltöffentlichkeit zu blenden? Um einen Grund zu haben, um an diesen Olympischen Spielen festzuhalten. Ja, verdammt nochmal, wer braucht in diesen Zeiten diese Spiele? Niemand!”

Der Fußball-Weltmeister von 1974 begrüßt dagegen die Entscheidung der UEFA, die Europameisterschaft um ein Jahr auf 2021 zu verschieben. “Das war die einzig logische Konsequenz. Und es ist auch richtig, das in einem Zeitrahmen zu machen, der ansatzweise greifbar ist. Wir wissen doch gar nicht, wie lange alles dauert. Das stört mich auch: Viel zu viele Leute wollen jetzt kurzfristig denken und basteln sich den bestmöglichen Fall zusammen.” Sein Appel an die Funktionäre und Entscheider im Sport lautet: “Seid realistisch! Nehmt für eure Entscheidungen einen Zeitrahmen, der möglich sein kann.”

“Verantwortungslos und unfair”: FDP-Politikerin fordert Olympia-Verlegung auf 2021

13.13 Uhr: Britta Dassler, die sportpolitische Sprecherin der FDP im Bundestag, hat sich der Forderung mehrerer Sportlerinnen und Sportler angeschlossen und wegen der Folgen des Sars-CoV-2-Virus eine Verlegung der Olympischen Sommerspiele gefordert. “IOC-Chef Bach muss jetzt Verantwortung übernehmen und sich für eine Verschiebung der Olympischen Spiele in das Jahr 2021 einsetzen. Alles andere wäre verantwortungslos und unfair”, teilte Dassler am Freitag mit.

Auch der Sport müsse seinen Beitrag zur Eindämmung der Corona-Krise leisten. “Zudem können unter den aktuellen Umständen Qualifikationswettbewerbe nicht fair zu Ende geführt werden. Die Zeit des Herumlavierens muss jetzt endlich ein Ende haben, Sportler und Funktionäre brauchen schnell Gewissheit”, sagte die FDP-Politikerin.

Bach wehrt sich weiter gegen Olympia-Absage: “Sind noch viereinhalb Monate”

11.55 Uhr: Unter dem Eindruck der weltweiten Coronavirus-Pandemie ist in Japan am Freitag die Olympische Flamme aus Griechenland für die Olympischen Spiele 2020 eingetroffen. In einer kleiner als ursprünglich gedachten Zeremonie wurde das Olympische Feuer auf einem Militärstützpunkt in Higashimatsushima im Nordosten der Hauptinsel Honshu in Empfang genommen. 200 örtliche Schüler, die ursprünglich eingeladen waren, durften wegen der Gefahr einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus nicht teilnehmen. Unsicher ist weiterhin, ob die Spiele überhaupt wie geplant am 24. Juli in Tokio beginnen können.

Die japanischen Organisatoren, das Internationale Olympische Komitee (IOC) und das Internationale Paralympische Komitee (IPC) halten bislang an ihren Plänen fest, Olympia vom 24. Juli bis 9. August und die Paralympics von 25. August bis 6. September auszurichten.

So wehrt sich IOC-Präsident Thomas Bach weiter gegen jegliche Art von Spekulationen zu einer Verlegung. In einem am Donnerstag (Ortszeit) veröffentlichten Interview der “New York Times” sagte der 66 Jahre alte Deutsche: “Natürlich bedenken wir verschiedene Szenarien, aber im Gegensatz zu vielen anderen Sportverbänden oder Profi-Ligen sind wir noch viereinhalb Monate entfernt von den Spielen.” Weltweit seien Ligen optimistischer als das IOC, “weil sie ihre Veranstaltungen bis April oder Ende Mai verschoben haben. Wir sprechen über Ende Juli”, sagte Bach.

Der amerikanische Medienkonzern Discovery mit seinem Tochter-Unternehmen Eurosport sieht die Unsicherheiten gelassen. “Da wir für alle Fälle abgesichert sind, erwarte ich keinen substanziellen Schaden für Discovery bei jeglichen Entscheidungen im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Tokio”, sagte Finanzvorstand Gunnar Wiedenfels (42) der “Süddeutschen Zeitung” (Freitag)

Ansteckungsgefahr zu hoch: DOSB lässt deutschen Olympia-Notplan platzen

7.39 Uhr: Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat den eigenen Notplan für Olympia in der Corona-Krise platzen lassen. Eigentlich wollten sich 100 Top-Athleten verschiedener Disziplinen im Trainingszentrum in Kienbaum (bei Berlin) freiwillig wegschließen lassen und abgeschottet für die Olympischen Spiele trainieren. Doch jetzt lässt der Verband den Plan platzen.

“Eine Ansteckungsgefahr ist nicht mit absoluter Sicherheit auszuschließen”, erklärt Präsident Alfons Hörmann. “Wir sehen daher in der angedachten Konzeption ein zu hohes Risiko für unsere Athleten und die Allgemeinheit.”

Stattdessen sollen nun mehr Ausnahmegenehmigungen für die Sportler unter strengen Auflagen erteilt werden, damit diese in Krafträumen, Sporthallen oder Schwimmbädern trainieren können. Viele Innenministerien, die diese Genehmigungen erteilen müssten, lehnen das aber aktuell ab.

Coronavirus in der Sportwelt:Alle neuen Entwicklungen im News-Ticker auf FOCUS Online.

Kanu-Präsident setzt weiter auf Olympia: “Wäre ein positives Zeichen für die Welt”

Freitag, 20. März, 7.25 Uhr: Kanu-Verbandschef Thomas Konietzko hält das Festhalten des Internationalen Olympischen Komitees an den Sommerspielen in Tokio für richtig. “Stellen Sie sich vor, was das für ein positives Zeichen für die Welt wäre, wenn es uns gelingt, die Olympischen Spiele als erste Veranstaltung nach dieser weltweiten Krise stattfinden zu lassen”, sagte der Spitzenfunktionär der Zeitung “Neues Deutschland” (Freitag). Mit einem Erfolg von Olympia in Japan könne bewiesen werden, “was für eine verbindende Kraft Sport für eine Gesellschaft hat”, sagte Konietzko.

Konietzko sieht den Glauben an ein planmäßiges Olympia als “sehr optimistisch, aber das muss man im Moment sein. Es muss weitergehen”, sagte der Präsident des Deutschen Kanu-Verbands. Es bestehe noch eine Chance, dass die Welt das Virus in den Griff bekomme. Eine Entscheidung über die Sommerspiele Ende April oder Anfang Mai sei möglich. Allerdings gab der 56-Jährige zu, die Chancen für eine Austragung der Tokio-Spiele würden “von Tag zu Tag” sinken.

Leichtathletik-Chef Coe fürchtet “keine Chancengleichheit” bei Olympia

14.28 Uhr: Leichtathletik-Weltverbandspräsident Sebastian Coe ist besorgt über die massiven Einschränkungen der Olympia-Qualifikation durch die Coronavirus-Pandemie. Dennoch wolle er die Tokio-Spiele und deren Eröffnung am 24. Juli nicht abschreiben. “Ja, das denke ich”, sagte der Brite der englischen Zeitung “The Times” (Donnerstag). “Wir wenden den Löwenanteil unserer Arbeitszeit dafür auf, wie wir herausfinden, ob sie stattfinden können oder nicht.”

Coe ist aber auch klar, dass durch die Pandemie-Einschränkungen “keine Chancengleichheit” bei einer geplanten Ausrichtung der Sommerspiele gewährleistet sein wird. “Alle unsere Verbände stehen vor der gleichen Herausforderung, in einer sehr, sehr schwierigen Situation”, sagte er. Während sich die Lage in China verbessere, sei es nun schwieriger für Athleten in Europa geworden. “Ein italienischer Langstreckenläufer muss momentan zu Hause bleiben. Das ist eine massive Herausforderung”, so der einstige Weltklasseläufer.

Gleiche Wettkampfchancen würde es nach derzeitigem Stand kaum geben. “Die Realität ist, dass das vielleicht nicht in jedem Fall möglich ist, aber wir wollen alles tun, um das zu erreichen”, sagte Coe. “Die verschiedenen Länder haben sehr unterschiedliche Einschränkungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Wenn Sie in Italien, Frankreich oder Spanien leben, ist es im Moment sehr kompliziert.”

Sportrechtler Lehner für schnelle Olympia-Absage: “Wäre ein Signal an die Welt”

13.07 Uhr: Sportrechtler Michael Lehner plädiert aufgrund der Corona-Pandemie für eine zügige Absage der Olympischen Spiele in Tokio. “Das wäre ein Signal an die Welt”, sagte der 65-Jährige aus Karlsruhe dem “Mannheimer Morgen” (Donnerstag). “Ich kann doch nicht hier selbst die kleinen Fußballspiele absagen, über Ausgangssperren nachdenken, die Schulen und Unis schließen und dann meinen, ich könnte im Juli Big Games machen.” Falls die vom 24. Juli bis 9. August in Tokio geplanten Spiele stattfinden würden, wäre das aus seiner Sicht eine “Bastel-Olympiade”, sagte der Chef der Doping-Opfer-Hilfe. “Es müsste doch überall Einschränkungen geben.”

Zuletzt hatte Bach, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), bekräftigt, dass die Olympischen Spiele vom 24. Juli bis 9. August in Tokio trotz der rasanten weltweiten Verbreitung des Coronavirus stattfinden sollen. Allerdings hatte Bach eingeräumt, dass das IOC auf die Weltgesundheitsorganisation hören wolle.

“Ich habe Thomas Bach in der Vergangenheit bei einigen Entscheidungen kritisiert, aber in diesem Fall sehe ich die Verantwortung nicht bei ihm alleine», sagte Lehner. «Ich würde mir jetzt aber ein schnelles klares Wort wünschen.” Nach einem Telefonat des IOC, von dem der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Alfons Hörmann, am Mittwoch berichtet hatte, kann die Entscheidung über eine Olympia-Absage schneller kommen als bisher angenommen.

Olympisches Feuer an Japan übergeben – Premier nennt Tokio-Spiele “verflucht”

12.00 Uhr: Das griechische Olympische Komitee (HOC) hat das Olympische Feuer am Donnerstag an die Organisatoren der kommenden Spiele in Tokio übergeben. Wegen der Coronakrise fand nur ein Mini-Zeremonie im marmornen Panathinaikon Stadion – dem Austragungsort der ersten Spiele der Neuzeit 1896 – statt. “Wir hoffen, dass das Olympische Feuer das Virus auslöscht”, sagte HOC-Präsident Spyros Kapralos. Das Feuer wird nun in einer Sonderlampe per Flugzeug nach Japan gebracht.

Vor leeren Rängen nahmen an der Übergabe nur wenige Mitglieder des HOC und Vertreter von Tokio teil. Die Flamme wurde von der früheren Schwimmerin Naoko Imoto übernommen, die zurzeit in Griechenland lebt. Yoshiro Mori, der Präsident des Tokio-Organisationskomitees, war wegen der Ansteckungsgefahr nicht nach Athen gekommen und richtete per Video eine Botschaft an die Griechen und die Welt des Sports. Er bedauerte, dass die geplanten Feierlichkeiten in Athen nicht stattfinden konnten. Tokio werde für die Spiele fertig sein. “Am 24. Juli wird das Feuer in Tokio entfacht”, versicherte Mori.

Derweil bezeichnete der japanische Finanzminister und ehemalige Premierminister Taro Aso in einem parlamentarischen Ausschuss die Tokio-Spiele als “verflucht. Dies ist kein Satz, den die Presse gerne hören würde, aber er ist wahr”, sagte Aso, der bei den Spielen 1976 in Montreal Mitglied der japanischen Schießmannschaft war. Aso hofft auf eine Situation, “in der jeder zumindest sicher und glücklich nach Japan kommen kann. Aber die Frage ist, wie wir das machen.” Das könne Japan nicht allein erreichen.

Für Tokio-Kandidaten: Olympia-Stütztpunkt in Hamburg mit Sondergenehmigung geöffnet

11.29 Uhr: Der Olympiastützpunkt Hamburg/Schleswig-Holstein darf unter Auflagen wieder öffnen. Die Anlage in Hamburg-Dulsberg habe eine Sondergenehmigung durch die Innenbehörde erhalten, sagte Leiterin Ingrid Unkelbach und bestätigte damit Berichte der “Bild” und vom “Hamburger Abendblatt” (Donnerstag). “Es herrscht wieder Leben hier”, sagte Unkelbach am Donnerstagmorgen.

Die Behörden in Hamburg hatten am Sonntag angekündigt, wegen der Coronavirus-Pandemie bis zum 30. April unter anderen alle privaten und öffentlichen Sportstätten zu sperren. Davon betroffen waren auch die Kandidatinnen und Kandidaten für die Olympischen Spiele im Sommer in Tokio. Unkelbach hatte daraufhin eine Sondergenehmigung beantragt. “Ich halte das für angezeigt, solange noch nichts abgesagt ist”, meinte sie nach dem erfolgten positiven Bescheid.

Zehnkampf-Weltmeister Kaul stellt Olympia 2020 in Frage: “Alleine schon aus dem Fairness-Gedanken heraus”

Donnerstag, 19. März, 10.31 Uhr: Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul steht dem Festhalten an der Austragung der Olympischen Spielen in Tokio mit großer Skepsis gegenüber. “Ich fände das schwierig. Alleine schon aus dem Fairness-Gedanken heraus”, sagte der 22 Jahre alte Mainzer im Interview der “Allgemeinen Zeitung Mainz” (Donnerstag). Zu unvorhersehbar sei die Entwicklung der Coronavirus-Krise, zu unterschiedlich wahrscheinlich die Bedingungen, in denen sich die Athleten vorbereiten könnten.

Olympia 2020 und Corona: Prokop greift IOC-Präsident Bach an

Clemens Prokop, der ehemalige Chef des Deutschen Leichtathletik-Verbands, ist IOC-Präsident Thomas Bach deutlich angegangen und hält eine Olympia-Verlegung für alternativlos. “Ich halte Thomas Bach als Krisenmanager für ungeeignet, weil er nicht die erforderlichen Entscheidungen trifft. Das IOC betreibt derzeit jedenfalls das Gegenteil von einem verantwortungsvollen Krisenmanagement”, sagte Prokop im Interview mit den “Stuttgarter Nachrichten” und der “Stuttgarter Zeitung”.

Zuletzt hatte Bach, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), bekräftigt, dass die Olympischen Spiele vom 24. Juli bis 9. August in Tokio trotz der rasanten weltweiten Verbreitung des Coronavirus stattfinden sollen. Allerdings hatte Bach eingeräumt, dass das IOC auf die Weltgesundheitsorganisation hören wolle.

“Für mich ist klar, dass Olympische Spiele im Sommer 2020 nicht verantwortbar sind und eine Austragung keinen Sinn ergibt”, sagte Prokop. “Das IOC muss mit Tokio darüber verhandeln, ob die Stadt in der Lage ist, entweder im Sommer 2021 oder im Sommer 2022 Gastgeber der Olympischen Spiele zu sein.” Ansonsten müsse ein anderer Ausrichter gefunden werden.

IOC wehrt sich gegen Kritik von Athleten

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat auf die Kritik etlicher Athleten reagiert, die das starre Festhalten am Sommerfahrplan für die Olympischen Spiele in Tokio hinterfragt hatten. Es handele sich nicht um eine ideale Lösung, räumte das IOC ein.

“Dies ist eine Ausnahmesituation, die außergewöhnliche Lösungen erfordert”, sagte ein IOC-Sprecher, nachdem etliche Sportler Kritik geübt hatten. “In dieser Situation ist keine Lösung ideal. Deshalb setzen wir auf die Verantwortung und Solidarität der Athleten”, hieß es weiter.

Das IOC hatte am Dienstag nach einer Sitzung mit Vertretern aller Fachverbände der 33 Sommersportarten verkündet, dass man trotz der sich rasch ausbreitenden Coronavirus-Epidemie am Zeitplan für die Olympischen Spiele vom 24. Juli bis 9. August festhalten werde. Eine Verlegung oder gar Absage seien keine Optionen, erklärte das IOC.

 

DOSB-Präsident Hörmann zu Olympia-Absage: “Einige Wochen Zeit”

Die Entscheidung über eine Absage der Olympischen Spiele in Tokio als Folge der Coronavirus-Pandemie könnte schneller kommen als bisher angenommen.

“Wir hatten eine Stunde lang eine Telefonkonferenz mit dem Internationalen Olympischen Komitee. In der wurde darauf hingewiesen, dass man noch einige Wochen Zeit hat, um die weitere Entwicklung abzuwarten”, sagte Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, am Mittwoch im “Mittagsmagazin” von ARD und ZDF.

“Und ich denke, dann kann man und dann muss man auch abschließend Antworten geben”, betonte er. Nicht zuletzt für die Athletinnen und Athleten, die Klarheit benötigen, ob gegebenenfalls die Wettkämpfe stattfinden können oder nicht.  Bisher galt Mitte bis Ende Mai als Zeitraum einer möglichen Absage oder Verschiebung der Sommerspiele.

“Grundsätzlich liegt es natürlich in der Verantwortung des IOC, wenn irgend möglich an einer solchen Veranstaltung festzuhalten, sofern die Rahmenbedingungen passen”, erklärte Hörmann. “Über all die Ebenen unserer Gesellschaft erleben derzeit politische Verantwortliche, Konzernchefs oder viele andere, die in der Verantwortung sind, die Unplanbarkeit und Unkalkulierbarkeit.” So auch das IOC.

“Es haben alle in der Runde klar und deutlich darauf hingewiesen, dass wir in einer einmaligen Sondersituation sind”, berichtete Hörmann. “Das ist aber auch dem IOC bewusst.” Daher gebe es eine Krisengruppe des IOC, der Weltgesundheitsorganisation und des Organisationskomitees in Japan.

“Dies heißt also, dass diejenigen, die in der Verantwortung stehen, im Lauf der nächsten Wochen klären werden und endgültig entscheiden müssen, wie es weitergeht”, so der DOSB-Chef. Die Gesundheit der Weltbevölkerung stehe an allererster Stelle.

Die Kritik, dass dies ein Spielen auf Zeit sei, wies Hörmann zurück. “Ich denke, der Sport hat in großer Verantwortung und in großer Solidarität über die verschiedenen Ebenen reagiert”, sagte er. In Deutschland hätte man beispielsweise den gesamten Trainings- und Wettkampfbetrieb weitgehend eingestellt.

“Die Entscheidungen, die zu treffen sind, insbesondere in den Ligen, sind eben auch jeweils mit großen Konsequenzen verbunden”, sagte Hörmann. “Es geht um Arbeitsplätze, es geht um die Frage der Zukunftsfähigkeit. Es geht schlichtweg um die Existenz.” Die Gesellschaft könne sich darauf verlassen, dass der Sport sich seiner Verantwortung bewusst ist. “Wir werden dafür werben, und wir werden weiter dafür arbeiten”, sagte er.

Olympia 2020: “Noch keine drastischen Entscheidungen erforderlich”

Das Internationale Olympische Komitee lässt weiter keinen Zweifel an der Austragung der Olympischen Spiele in Tokio aufkommen. Die Veranstaltung soll am 24. Juli eröffnet werden und am 9. August enden.

“Das IOC bleibt den Olympischen Spielen Tokio 2020 uneingeschränkt verpflichtet”, teilte das IOC nach einer Telefonkonferenz des Exekutivkomitees über das weitere Vorgehen in der Coronakrise mit Athletenvertretern, Nationalen Olympischen Komitees und internationalen Verbänden mit. “Da bis zu den Spielen noch mehr als vier Monate verbleiben, sind zum jetzigen Zeitpunkt keine drastischen Entscheidungen erforderlich”, hieß es weiter. “Jegliche Spekulation zum jetzigen Zeitpunkt wäre kontraproduktiv.”

Kozo Tashima, Vizepräsident des Organisationskomitees, wurde positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Das berichteten japanische Medien am Dienstag in Berufung auf ungenannte Kreise. Ob weitere Mitglieder neben dem 62-Jährigen im Organisationskomitee infiziert sind, bleibt abzuwarten. Die Zweifel an den Spielen aber wachsen ungeachtet der permanenten Beteuerungen des IOC.

Sportler vor Hindernissen im Training

Sollten sie über die Bühne gehen, steht allerdings hinter der Form der deutschen Athletinnen und Athleten ein Fragezeichen. Trainingsplätze, Sportarenen, Schwimmhallen – fast alles ist abgeriegelt. Wie sollen sie sich also vorbereiten auf das Großereignis, das nur alle vier Jahre stattfindet?

“Du kannst als Sportler versuchen, deine Tage zu strukturieren und zu planen. Aber das ist nicht immer ganz so einfach, denn häufig passieren Dinge, die du nicht planen kannst”, schreibt die 23 Jahre Sprinterin Gina Lückenkemper bei Instagram. Nur ein Beispiel von vielen. Die Hoffnung ist ein geplantes “Team-D”-Trainings-Zentrum in Kienbaum bei Berlin. Umsetzung und Startzeitpunkt sind aber auch hier noch offen.

Werth kritisiert “unverständliche Hinhaltetaktik” des IOC

Die sechsmalige Dressur-Olympiasiegerin Isabell Werth hat das IOC für das Festhalten am Termin für die Sommerspiele in Tokio (24. Juli bis 9. August) scharf kritisiert. “Das ist eine unverständliche und überhaupt nicht nachvollziehbare Hinhaltetaktik vom IOC und den Japanern”, sagte die 50-Jährige dem SID: “Sie sollten sich am Fußball und an der Formel 1 ein Beispiel nehmen und jetzt sagen: Olympia im Juli wird nichts.”

Durch die Coronakrise ist das IOC im Hinblick auf die Spiele in Japan unter Druck geraten. Noch laufen die Planungen für den ursprüngliche Termin weiter.

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mja/dpa

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