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Neuer Eklat mit US-Medien – Trump stürmt aus TV-Interview

Neue Episode in Donald Trumps (74) Dauerkrieg mit den verhassten US-Medien.

Der US-Präsident hat am Dienstag (Ortszeit) ein Interview mit der renommierten TV-Sendung „60-Minutes“ abrupt beendet und ein gemeinsames Segment mit seinem Vize Mike Pence (61) komplett ausgelassen. Anschließend drohte er, Video-Aufnahmen, die das Weiße Haus von dem Gespräch gemacht hatte, auf Twitter zu posten – noch bevor der Sender „CBS“ den exklusiven Coup am Sonntag ausstrahlen kann!

Dazu donnerte Trump auf dem Sozialen Netzwerk: „Fake News. Parteiisch!“

Außerdem postete er ein Video der TV-Ikone Lesley Stahl (78), das sie nach dem Gespräch ohne Maske mit Kollegen zeigt, und warf ihr Heuchelei vor. Grund: Sie hatte zuvor angeblich seine Pressesprecherin Karoline Leavitt kritisiert, weil die ohne Maske an ihrem Schreibtisch saß.

Stahl hatte im vergangenen Mai eine Covid-Erkrankung nach einer Woche im Krankenhaus überstanden. Vor ihrem Interview war sie – wie alle Journalisten, die den Präsidenten interviewen – auf das Virus getestet worden. Dies hielt Trump nicht davon ab, sie für ihren zeitweiligen Verzicht auf eine Maske zu attackieren und ihr Doppelmoral vorzuwerfen.

Die Hintergründe über den Eklat sickerten am Dienstag (Ortszeit) nur Zug um Zug durch.

Fest steht: Das Interview sollte ein Doppelpack werden. Ähnlich wie im September 2015, als „60 Minutes“ Präsident Trump (damals noch Präsidentschafts-Kandidat) und Kreml-Chef Wladimir Putin (68) hintereinander in einer Sendung hatte. Diesmal war der zweite Gesprächspartner Trumps demokratischer Gegner Joe Biden, der sich bereits am Montag gemeinsam mit seiner Vize-Kandidatin Kamala Harris (56) den Fragen der Journalisten gestellt hatte.

Trump erklärte derweil gestern nach 45 Minuten, dass CBS nun genug Material hätte und stürmte laut Nachrichten-Sender CNN wütend aus dem Zimmer. Dabei hatte er eigentlich geplant, nach seinem Solo ein gemeinsames Interview mit seinem Vize Mike Pence zu geben, wie es auch Biden und Harris getan hatten.

Über den Anlass seines Ärgers ließ der 45. US-Präsident auf Twitter durchblicken: Sein Sitzplatz sei falsch gewesen, die Journalistin sei voreingenommen und überhaupt sei sein Kontrahent Biden besser behandelt worden als er.

Trump kündigte zudem an: „Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass ich aus Gründen der Genauigkeit bei der Berichterstattung erwäge, mein Interview mit Lesley Stahl vor der Ausstrahlung zu veröffentlichen! Dies wird getan, damit jeder einen Eindruck davon bekommen kann, wie es bei einem solchem FAKE- und PARTEIISCHEM-Interview zugeht… Jeder sollte diese schreckliche Wahl-Einmischung mit den jüngsten Interviews von Sleepy Joe Biden vergleichen!“

Trump hat sich während des Wahlkampfes immer wieder beschwert, dass die US-Journalisten Biden mit Samthandschuhen anfassen würden, während er selbst immer wieder mit Trickfragen aufs Glatteis geführt werden soll.

Die „New York Times“ berichtete über den Vorfall: Der Präsident habe sich über Stahls Fragen geärgert. Er sei zudem missmutig geworden, weil es länger dauerte, als er erwartet hatte.

Ob der Eklat Trump schaden oder helfen wird, bleibt abzuwarten. Sicher ist: Es gab zu seinem Tweet innerhalb weniger Stunden mehr als 10 000 Kommentare. Beispiele von Trump-Gegnern:

► „Schalten Sie am Sonntag ,60 Minutes’ ein, um einen verzweifelten Donald Trump aus seinem Interview mit Lesley Stahl stürmen zu sehen, weil er Angst hat, wie er im Fernsehen aussehen wird”, twitterte ein anderer Benutzer .

►„@RealDonaldTrump hatte anscheinend einen Nervenzusammenbruch, als er von Lesley Stahl interviewt wurde. Und da es auf Band festgehalten wurde, greift er sie jetzt proaktiv an, bevor es ausgestrahlt wird”, schrieb eine dritte Person auf Twitter.

Tweets von Trump-Anhängern:

►„Die Wahl von Trump hat die etablierten Medien, Hollywood, den Politiker-Sumpf in DC, Deep State oder Big Tech gezwungen, uns zu zeigen, wie tief und wie weit die Korruption in diesem Land ist. Es ist alles Teil von Gottes Plan, das Böse aufzudecken und zu besiegen. Präsident Trump wird sie alle am 3. November schlagen“, schrieb eine Userin.

►„Lesley Stahl hat im vergangenen Jahr Nancy Pelosi interviewt und sie ,mächtig’, ,eine Riesen-Töterin’ oder eine ,Schutzpatronin‘ genannt – sie ist keine Journalistin. Sie ist eine Propagandistin, die sich nicht um die Wahrheit kümmert“, meinte ein anderer Trump-Anhänger.

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