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Biden baut Vorsprung in Nevada aus und holt in anderen Staaten auf

Die US-Wahl befindet sich auf der Zielgeraden. Sowohl Joe Biden als auch Donald Trump haben noch Chancen auf den Sieg. Insgesamt sind noch viele Hunderttausend Stimmen in den ausstehenden Staaten zu zählen. Davon auch in den Staaten, die viele Wahlstimmen bringen und wo Joe Biden in den vergangenen Stunden weiter zu Trump aufgeschlossen hat: Georgia und Pennsylvania. In den beiden Staaten ist aber erst in den frühen Morgenstunden deutscher Zeit zu rechnen. Generell gilt derzeit: Da vor allem noch Briefwahlstimmen ausgezählt werden, kann vor allem Biden noch Stimmen holen. Wird das reichen? Das weiß aktuell niemand. Hier der Überblick, wie es in den betreffenden Bundesstaaten steht.

Arizona – 11 Wahlleute – Biden führt, 450.000 Stimmen offen

Der Nachrichtensender Fox News und die Nachrichtenagentur AP haben den Bundesstaat Arizona bereits vor einiger Zeit Joe Biden zugeschlagen, allerdings müssen noch mehr als 10 Prozent der Stimmen ausgezählt werden – der Nachrichtensender „CNN“ spricht von 450.000 unausgezählten Stimmen. Davon 300.000 im Maricopa County, zu dem auch Phoenix zählt. Aktuell hat Joe Biden einen Vorsprung von mehr als zwei Prozent, was rund 70.000 Stimmen entspricht.

Wann mit neuen Ergebnissen zu rechnen ist: Beamte im Maricopa Landkreis, der auch die Großstadt Phoenix einschließt, rechnen mit neuen Ergebnissen ab Freitag 3 Uhr nachts deutscher Zeit. Ein Sieger in Arizona soll nach Angaben der Secretary of State möglicherweise am Freitagabend (Ortszeit) feststehen.

Georgia – 16 Wahlleute – Trumps Vorsprung schmilzt, 50.000 Stimmen noch auszuzählen

In Georgia sind mehr als 98 Prozent der Stimmen ausgezählt. Trump führt hier mit einem hauchdünnen Vorsprung von 10.000 Stimmen. Die „New York Times“ sieht allerdings noch Chancen für Biden, weil einige Wahlbezirke, in denen die Demokraten stark sind, noch ausgezählt werden müssen. Laut der US-Zeitung haben Republikaner in dem Bundesstaat mehrere Klagen angekündigt, um Stimmen für ungültig erklären zu lassen. Bei einem Unterschied von 0,5 Prozent der Stimmen kann eine erneute Zählung der Stimmzettel verlangt werden. Biden müsste mindestens 63 Prozent der verbleibenden Stimmen gewinnen, um den Staat zu gewinnen.

Wann mit neuen Ergebnissen zu rechnen ist: Am Donnerstagnachmittag (MEZ) äußerte sich ein Wahlleiter Gabriel Sterling zur Situation in Atlanta, Georgia. Demnach sind nur noch rund 47.000 Stimmen in Georgia auszuzählen. Die Auszählung werde wohl noch bis zum Abend (Ortszeit) andauern. Auch betonte Sterling, dass Genauigkeit statt Schnelligkeit nun gefragt seien: “Diese knappen Wahlen verlangen von uns, dass wir fleißig sind und sicherstellen, dass wir alles richtig machen.” Mit weiteren Neuigkeiten ist in Georgia erst am frühen Freitagmorgen (MEZ) zu rechnen.

Nevada – 6 Wahlleute – Bidens Vorsprung schmilzt

Hier sind mehr als 87 Prozent der Stimmen ausgezählt. Zuletzt konnte Biden seinen knappen Vorsprung etwas ausbauen – von rund 8000 auf rund 11.000 Stimmen. Ein Großteil der ausstehenden Stimmen aus dem demokratisch geprägten Clark County – zu dem auch Las Vegas gehört – stehen noch aus.

Der Verlierer der Wahl kann innerhalb von drei Arbeitstagen eine Neuauszählung der Stimmen beantragen – muss aber eine Kaution zur Deckung der geschätzten Kosten der Neuauszählung hinterlegen.

Wann mit neuen Ergebnissen zu rechnen ist: Am Freitagabend gegen 18 Uhr deutscher Zeit soll das Ergebnis von rund 50.000 weiteren Stimmen verkündet werden. Verblieben und noch auszuzählen sind Briefwahlstimmen, die auf den 3. November datiert sind und zum Teil erst im Laufe der kommenden Woche zur Auszählung eintreffen werden. Diese Stimmen werden noch bis zum 12. November gezählt.

North Carolina – 15 Wahlleute – Trump knapp vorn

Trump führt knapp nach Auszählung von mindestens 95 Prozent der Stimmen mit 1,4 Prozent, was rund 75.000 Stimmen entspricht. Eigentlich ist dieser Bundesstaat sehr konservativ. 2016 gewann ihn Trump auch. Fast alle Szenarien seiner Kampagne sehen vor, dass er diesen Staat gewinnen muss, um seine Wiederwahl zu sichern. Zehn der vergangenen zwölf Präsidentschaftswahlen haben hier Republikaner gewonnen.

Wann mit neuen Ergebnissen zu rechnen ist: Briefwahlstimmen, die bis zum Wahltag von der Post gestempelt wurden, zählen noch bis zum 12. November als gültig. Dementsprechend könnte das endgültige Ergebnis noch tagelang auf sich warten lassen. Dennoch sind hier mehr als 95 Prozent der Stimmen bereits ausgezählt – rund 116.000 sind noch offen.

Pennsylvania – 20 Wahlleute – Trump führt

Der Bundesstaat im Rust-Belt könnte am Ende den Ausschlag geben, wer die Wahl gewinnt. Trump führte am Mittwoch noch deutlich mit rund 700.000 Stimmen. Seit die Briefwahlstimmen ausgezählt werden schmilzt der Vorsprung auf jetzt knapp 80.000 Stimmen. Beobachter sagen ein extremst enges Rennen voraus. Bei einem Unterschied von 0,5 Prozent oder weniger ist eine Nachzählung der Stimmen gesetzlich verpflichtend.

Pennsylvanias Secretary of State Kelly Boockvar stellte im Gespräch mit „CNN“ in Aussicht, es könnte im Laufe des Donnerstags (Ortszeit) schon ein Sieger ernannt werden – also Freitagmorgen deutscher Zeit.

Wisconsin – 10 Wahlleute – Biden gewinnt – Trump kann aber neu auszählen lassen

Nachdem Trump 2016 Wisconsin überraschend gewann, hat sich diesmal Biden hier zehn Wahlleute geholt. Es war ein sehr knappes Rennen. Lange führte Trump, bevor Biden mit 0,6 Prozent Vorsprung zum Sieger erklärt wurde, was 21.000 Stimmen entspricht.

Trumps Republikaner haben bereits angekündigt, in Wisconsin eine Neuauszählung der Stimmen zu verlangen, was laut den Gesetzen des Bundesstaates bei dieser geringen Marge auch möglich ist.

Michigan – 16 Wahlleute – Biden gewinnt

Den Nachbarstaat Michigan hat Biden dagegen relativ klar mit 2,4 Prozent Vorsprung – was rund 130.000 Stimmen entspricht – für sich entschieden.

Quellen: New York Times, Washington Post, Fox News. CNN

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