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Glasfaser-Ausbau: Telekom will bis 2030 mit anderen Wettbewerbern alle Haushalte versorgen

von Claus Ludewig
Die Deutsche Telekom hat verkündet, dass man bis zum Jahr 2030 allen Haushalten in Deutschland den Zugang zu Glasfaser ermöglichen will. Hierzu setzt man auf den gemeinsamen Ausbau mit anderen Unternehmen.

Wenn es um den Glasfaser-Ausbau geht, setzt die Deutsche Telekom bislang vor allem auf den kostengünstigen Standard FTTC. Hierbei wird das Glasfaser-Kabel aber nur bis zum Verteilerkasten gelegt und von dort aus laufen dann die alten Kupferleitungen bis in die Wohnung. Der FTTC-Ausbau ist billiger fürs Unternehmen, jedoch kann der Nutzer nicht so hohe Bandbreiten nutzen, wie beim FTTH-Ausbau, bei dem das Glasfaser bis zum Haus verlegt wird. Nun schwenkt auch die Telekom großflächig um und will ab 2021 jährlich rund zwei Millionen neuen Haushalten den Zugang zu FTTH ermöglichen, wie das Unternehmen beim Livestream zum Netztetag 2020 bekanntgegeben hat. Bis zum Jahr 2030 soll jeder Haushalt in Deutschland prinzipiell die Möglichkeit erhalten, Glasfaser buchen zu können.

Deutsche Telekom baut FTTH mit kostengünstigeren alternativen Methoden aus

In den kommenden drei Jahren will die Telekom mindestens jeder vierten Schule in Deutschland einen Glasfaseranschluss offerieren. Offen ist aber, ob die Schulen dieses Angebot der Telekom auch annehmen werden. Anders als andere Telekommunikationsanbieter setzt das Unternehmen aus Bonn nicht auf den Tiefbau, sondern auf alternative, kostengünstigere Verlegemethoden. Traditionell wird ein Glasfaserkabel – etwa von der Deutschen Glasfaser – im Tiefbau-Verfahren verlegt, sodass Leerrohre in rund 60 Zentimetern Tiefe genutzt werden. Die Telekom setzt auf die Trenching-Methode, bei dem ein Schlitz in befestigte Oberflächen gefräst wird, der nicht so tief in den Boden geht, wie beim Tiefbau.

Der Vorstandsvorsitzende Tim Höttges hat bei einem Livestream erklärt, dass man in viele Mietwohnungen gar nicht hineinkommt aufgrund des Nebenkostenprivilegs. Hierbei gibt es jahrelange Verträge mit Kabelanbietern, die dann auch das stationäre Internet stellen. Die Deutsche Telekom bietet jedoch – im Gegensatz zum Konkurrenten Vodafone aus Großbritannien – kein Kabel-TV an und will daher, dass es kein Netzprivileg mehr gibt. Zudem will die Telekom bestehende Glasfaser-Infrastruktur nutzen, wenn die anderen Anbieter im Gegenzug ebenfalls das Glasfasernetz der Telekom verwenden. Die Genehmigungsverfahren würden zudem den Glasfaser-Ausbau bremsen, sodass die Deutsche Telekom nun gemeinsam mit Stadtwerken und Kommunen zusammenarbeitet, um schneller den Ausbau vorantreiben zu können. Die Deutsche Telekom bittet also die Politik um Hilfe bei schnelleren Genehmigungsverfahren sowie um Hilfe von anderen Unternehmen. Aktuell braucht man 20 verschiedene Genehmigungen, um überhaupt Glasfaser in Deutschland ausbauen zu dürfen, dies ist zu umständlich und dauert zu lange, so die Telekom.

Ebenfalls lesenswert: 1&1 Versatel: Im Test besseres Glasfasernetz in Deutschland als bei der Telekom

Sammlung zum Netzetag der Deutschen Telekom und dem geplanten Glasfaser-Ausbau:

  • Wie die Deutsche Telekom bekanntgegeben hat, konzentriert man sich nun auf den FTTH-Ausbau, sodass Glasfaser direkt bis zum Haus verlegt wird, anstatt nur bis zum Verteilerkasten wie beim FTTC-Ausbau von Glasfaser.
  • Ab dem Jahr 2021 sollen pro Jahr rund zwei Millionen weitere Haushalte Zugang zum Glasfasernetz erhalten. Bis zum Jahr 2030 soll prinzipiell jeder Haushalt in Deutschland einen Glasfaseranschluss buchen können.
  • Der Vorstandsvorsitzende Tim Höttges hat den Glasfaser-Ausbau an Bedingungen geknüpft, um dieses Ziel erreichen zu können.

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Quellen: Telekom, NRW


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